Heinz-Ulrich Nennen | www.nennen-online.de

ZeitGeister | Philosophische Praxis

Philosophie der Psyche

Category: Moderne

Links zu Bibliotheken und zum Online-Buchhandel

Bücher von Heinz-Ulrich Nennen

Alle Bände der Reihe ZeitGeister erscheinen bei tredition –

werden aber auch hier sukzessive zum Download freigegeben → Downloads

 

 

 

 

 


Der Mensch als Maß?

Der Mensch als Maß aller Dinge?

Über Protagoras, Prometheus und die Büchse der Pandora

Philosophie entsteht, wenn die Götter schlecht gedacht werden. Wo vormals fraglose Maßstäbe nicht mehr gelten, dort betreten Sophisten die Bühne: Der Mensch ist das Maß aller Dinge! — Wenn der berühmte Protagoras von Sokrates befragt wird, was man denn nun gegen teures Geld bei ihm erlernen könne, dann zeigt sich ein tiefgreifender Wandel im menschlichen Selbstverständnis.
Protagoras erläutert anhand des Mythos von Prometheus, was Zivilisiation bedeutet. Das Problem sei nicht ein Mangel an Technik, sondern ein geistiges, kulturelles und politisches Problem. Die eigentliche ›Wildnis‹, in der es zu bestehen gilt, liegt längst in den Städten. — Seither muß also ›studiert‹ werden. Dann ist es durchaus möglich, Anerkennung zu finden, auch ohne von Adel zu sein. Und der Mythos schildert, wie es dazu gekommen ist.

Heinz–Ulrich Nennen: Der Mensch als Maß aller Dinge? Über Protagoras, Prometheus und die Büchse der Pandora (ZeitGeister 1); tredition Hamburg 2018. 232 S. – Paperback 16,99 €, ISBN: 978-3-7439-0090-5. Hardcover 26,99 € ISBN: 978-3-7439-0091-2. Erscheinungsdatum: 11.12.2018.

Pandora ist das Abschiedsgeschenk der abdankenden olympischen Götter, danach kommt nur noch der Mensch. Es sollte keine weitere Dynastie von Göttern mehr geben. — Wir sind werdende Götter in einer Welt, die wir selbst erschaffen haben, für die wir auch ganz allein verantwortlich sind. Mit sämtlichen göttlichen Gaben bedacht, ist Pandora die Allegorie aller Verlockungen, wie sie nur zivilisierte Welten bieten. Zugleich bringt sie auch alle damit verbundenen Übel in die Welt. Um die Frage nach dem Warum ranken sich seither viele Meistererzählungen. Grund genug, sie erneut zu befragen, um ›unsere‹ Antworten zu finden.

Also wie gehen wir um mit unserer Souveränität in Fragen von Moral, Gefühl und Selbstbestimmung? Der Weg führt vom ersten Gewissen bis zur multiplen Identität, immer auf der Suche nach Sinn, Glück und Geborgenheit. — Inzwischen tragen wir die Götter in uns.
Die Reihe ZeitGeister ist der Psychogenese gewidmet, denn Orientierungswissen ist von zunehmender Bedeutung. Es geht um die neuen Perspektiven einer Philosophischen Psychologie, die in den Meistererzählungen ein uraltes Orientierungswissen findet, das überraschend aktuell ist.

Wenn der berühmt–berüchtigte Sophist Protagoras von Sokrates um Erläuterung gebeten wird, was man denn nun gegen teures Geld bei ihm erlernen könne, dann zeigt sich ein tiefgreifender Wandel. — Nicht einmal mehr die Einführung ins Erwachsenenleben gehorcht noch der Tradition der Jäger. Die Kultur in den Städten setzt eigene Maßstäbe und bespiegelt sich dabei selbst. Fraglose Maßstäbe sind nicht mehr vorhanden: Der Mensch ist das Maß aller Dinge!
Protagoras erläutert anhand des Mythos von Prometheus, es mangle nicht an der nötigen Technik, Städte zu errichten. Allein sie zu halten, sei schier unmöglich gewesen. — In der Tat mußte die dringend gebotene Kunst der Politik eigens von Hermes im Auftragdes Zeus nachgereicht werden. Und er, der Sophist, vermittle genaudiese vakanten Kompetenzen.
Politik ist die Kunst, ständig gegenzusteuern, wenn Gesellschaften wieder einmal aus irgendeinem Gleichgewicht geraten. Die eigentliche ›Wildnis‹, in der es zu bestehen gilt, liegt daher in den Städten. — Seither muß also ›studiert‹ werden. Dann ist es durchaus möglich, Karriere zu machen, auch ohne von Adel zu sein.
Pandora ist das Abschiedsgeschenk der abdankenden olympischen Götter, danach kommt nur noch der Mensch. Mit sämtlichen göttlichenGaben bedacht, ist sie die Allegorie aller Verlockungen, wie sie nurzivilisierte Welten bieten. Zugleich bringt sie auch alle Übel mit indie Welt, die vorher nicht waren. — Um die Frage nach dem Warum ranken sich seither viele Meistererzählungen. Grund genug, sie erneutzu befragen, um ›unsere‹ Antworten zu finden.
Philosophie kommt auf, wo Götter schlecht gedacht werden. So entsteht allmählich Souveränität in Fragen von Moral, Gefühl und Selbst. Der Weg führt vom ersten Gewissen bis zur multiplen Identität, immer auf der Suche nach Sinn, Glück und Geborgenheit.
Die Reihe ZeitGeister ist der bisher kaum bedachten Psychogenese gewidmet, dabei ist Orientierungswissen von zunehmender Bedeutung. Es geht um die neuen Perspektiven einer Philosophischen Psychologie, die in Zweifelsfällen immer wieder auf die Orientierungsorientierung durch Philosophische Anthropologie zurückgreifen kann.

Alle Bände der Reihe ZeitGeister erscheinen bei tredition – werden aber auch hier sukzessive zum Downloads freigegeben.

 

Nennen-Der-Mensch-als-Mass.pdf >>>> Download dieser PDF-Datei, 2.57MB.


Heinz-Ulrich Nennen

Profil

Prof. Dr. Heinz-Ulrich Nennen, geb.1955 in Rheine im Emsland, ist Hochschullehrer für Philosophie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Nennen-Profil.pdf >>>> Download dieser PDF-Datei, 501KB.

Nach dem Studium in Münster wurde Nennen im Jahre 1989 mit der Studie “Ökologie im Diskurs” promoviert. Dabei zeigte sich bereits der Schwerpunkt seiner Arbeit: Diskurse und Dialoge über Orientierungsfragen. — Nach 10-jähriger Tätigkeit als Wissenschaftler im Bereich “Diskurs” an der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Stuttgart, habilitierte sich Nennen mit einem philosophischen Experiment unter dem Titel: “Philosophie in Echtzeit. Die Sloterdijk-Debatte: Chronik einer Inszenierung.”

Nennen veranstaltet Philosophische Cafés, einen Philosophischen Salon in Karlsruhe und betreibt eine Philosophische Praxis im westfälischen Münster.

Themen: Anthropologie — Mythologie — Moral — Mythen, Märchen, Meistererzählungen — Heldenreise — Psychogenese, Orientierungswissen, Selbstorientierung — Zeitgeist- und Diskursanalysen — Körper, Seele, Liebe, Geist — Philosophische Psychologie

Philosophie entsteht, wenn die Götter schlecht gedacht werden. — Inzwischen verlieren Religion und Tradition immer mehr Autorität. Aber die Fragen bleiben. Daher ist es kaum verwunderlich, daß in letzter Zeit gerade die Philosophie immer mehr Interesse erweckt, darf man sich doch von ihr versprechen, selbst zu den Einsichten zu kommen, die immer notwendiger werden.

Wenn herkömmliche Orientierungsweisen unsicher werden, dann sind vormals fraglose Fragen urplötzlich wieder offen. Philosophieren bedeutet, sich im Denken zu orientieren.

Zur Reihe ZeitGeister:
Es ist atemberaubend, was die Zivilisation aus Menschen macht: Die Natur wird ›gezähmt‹, kehrt aber im Innern der Städte als Wildnis zurück. Individuelle Selbstoriertierung wird nötig, getrieben von einer bisher kaum beachteten Psychogenese. Alles beginnt mit der Stimme des Gewissens; inzwischen tragen wir die Götter in uns. — Grund genug, die einschlägigen Meistererzählungen erneut zu befragen.

Wir werden uns selbst besser verstehen, wenn wir die Mythen dazu bringen, uns neue, am besten »unsere« Antworten zu geben.

Die Bände der Reihe ZeitGeister sind der Psychogenese gewidmet. Mit dem Aufkommen der Städte entwickeln sich Menschen und Götter. Allmählich entsteht eine neue Souveränität in Fragen von Moral, Gefühl und Selbst. Der Weg führt vom ersten Gewissen bis zur multiplen Identität, immer auf der Suche nach Sinn, Glück und Geborgenheit.

 

 

 


Der zerbrochene Spiegel

Über Narziß, Adoleszenz und Anerkennung

Wir wissen nicht, was Narziß auf der spiegelnden Wasseroberfläche gesehen haben mag. Der Mythos vom Narziß thematisiert weit mehr als den dummdreisten Narzißmus eines Selbstverliebten; wäre dem so, der Narziß wäre kaum der Rede wert. — Tatsächlich geht es um etwas anderes: Das Geheimnis menschlichen Bewußtseins, das sich selbst spiegelt, um sich seiner selbst gewiß zu werden, ist erst der Anfang einer langen Reise ins eigene Innere.

Die beiden Hauptfiguren in diesem Mythos haben bemerkenswerte Handikaps, so daß sie einander nicht begegnen können. Alles beginnt mit der Nymphe Echo, die von Zeus animiert worden ist, Hera nach Art der Scheherezade mit unendlichen Geschichten von den Amouren des Gemahls abzulenken, insbesondere wenn dieser wieder einmal bei den Nymphen weilt. Die oft rasend eifersüchtige Hera ist bereits im Begriff, ihren Gatten in flagranti zu überführen, aber die geschwätzige Echo hält sie davon ab, indem sie weiter und weiter redet.

Nachdem Hera das Spiel durchschaut hat, bestraft sie Echo, die nunmehr erst zu dem wird, was ihr Name bereits über sie aussagt. Es wird der Nymphe genommen, was sie mißbraucht hat, um die Göttin hinters Licht zu führen: Hera nimmt ihr die Fähigkeit eigener Rede, so daß sie nicht mehr von sich aus sprechen, sondern nur wiederholen kann, was sie hört. Von sich aus kann sie fortan gar nicht mehr sprechen, es bleibt ihr nur noch, die letzten Worte lediglich zu wiederholen, — ein fatales Handikap, insbesondere wenn sie dem Narziß ihre Liebe gestehen will.

Eines Tages wird Narziß auf der Jagd von seinen Gesellen getrennt. Er gerät in eine sonderbare Landschaft am Helikon, die von der Nymphe Echo beseelt wird. Sobald diese den jungen Mann erblickt, wird sie sogleich in Liebe erglühen. Aber sie kann sich nicht äußern, um ihm ihre Liebe zu gestehen. Also folgt sie ihm heimlich, um ihm bei Gelegenheit näher zu kommen…

 

Nennen-Der-zerbrochene-Spiegel.pdf >>>> Download dieser PDF-Datei, 504KB.


Fernsehinterview 2016

Denken wie eine freischwebende Feder

Heinz-Ulrich Nennen ist ein Freidenker. Er vergleicht die Philosophie gerne mit einer freischwebenden Feder: „Ziel des Philosophierens ist es, die Feder stets in der Schwebe zu halten.” Sie darf nicht herunterfallen, aber sie darf sich auch nicht mit dem nächsten Windstoß so einfach verabschieden. Nennen denkt bei diesem Bild insbesondere an die Ur-Philosophie eines Platon: Solange alles in der Schwebe bleibt, ist der philosophische Diskurs, der eigene Geist und damit auch das eigene Leben in Bewegung. Allerdings offenbart die Schwebe-Philosophie – nicht zuletzt in Person eines Friedrich Nietzsche – gewiss auch ein enormes Absturzpotential. Ständig das eigene, im unendlichen Raum schwebende Selbst zu suchen und zu finden, kann auch eine ewige Jagd zwischen Hase und Igel sein. Philosophie kann federleicht beflügeln, aber sie kann auch schwermütig fesseln – bis zum Exzess.

Gerade in Zeiten einer allgemeinen sozialen Verunsicherung ist der Schwebezustand logischerweise besonders prekär. Menschen brauchen Orientierung. Viele Jahrhunderte lang waren die Kirche und der Glaube an Gott dafür zuständig. Es gibt Götter, sie verkörpern unsere Ideale aber auch unsere Ängste, das steht auch für den Philosophen außer Frage. Nennen: „Sie waren und sind seit Jahrtausenden das, wonach die Menschen streben.“ In Zeiten, in denen es Religion und Kirche schwer haben, übernehmen allerdings zunehmend andere deren Aufgabe. Michael Jackson etwa. Nennen meint Idole, an denen sich die Menschen ausrichten – ohne dass diese Idole noch echte Menschen wären. Denn sie sind lediglich Bilder, ein „Imago”, wie Nennen sagt. Sie bilden das populäre Image als vermenschlichten Lebensgeist ab.


Wegbeschreibung

Philosophische Praxis Münster

Zufahrt über Nieberdingstraße

48144 Münster

(Hinter Lappe rechts, dann bis zum Kanal, neben der Marinejugend)

https://binged.it/2LAAQ8Ghttps://binged.it/2LAAQ8G

https://binged.it/2LAAQ8G

51°56’41.39″N 7°38’34.06″E


Diese Website verwendet das großartige -Plugin.