Heinz-Ulrich Nennen | www.nennen-online.de

ZeitGeister | Philosophische Praxis

Philosophie der Psyche

Tag: Ideale

Das erschöpfte Selbst

Erläuterungen zur Psychogenese

Bereits die Ideale, an denen das eigene Selbstverständnis ausgerichtet wird, können korrupt sein. Oft wird auf naive, vor allem unreflektierte Weise das Unmögliche erwartet, etwa ein vollkommenes Selbst, das man zu finden oder zu heben versucht, als wäre es wie ein versunkenes Schiff, wie der Schatz in einem Berg, der von einem eifersüchtigen Drachen bewacht wird. — Viele der einschlägigen Ideale bedürfen der philosophischen Kritik, sie kommen irgendwoher, stellen maximale Ansprüche und werden doch nie und nirgends befragt, woher sie eigentlich ihre Autorität und ihren Anspruch……


Der Hafen–Philosoph

Gedanken aus einem
indianischen Winnebago an Münsters Hafenufer

Von Tobias Winkler, winklerwirred

Der Karlsruher Hochschullehrer für Philosophie, Dr. Heinz-Ulrich Nennen, steht regelmäßig mit seinem amerikanischen Wohnmobil in Münsters Hafen. Denn das Leben dort schreibt seine Vorlesungen. In den Pausen lädt er als „ambulanter Philosoph“ zur kleinen Denkerrunde übers Denken.

In den frühen Morgenstunden, so gegen fünf Uhr, da findet er es hier am schönsten. „Wenn sich der Hafen im glatten, stillen Wasser spiegelt“, erzählt……


Anthropologie der modernen Welt

Das multible Selbst

Die Götter der Antike sind wie die Stars unserer Tage, die Sterne von damals sind die Sternchen von heute. Alle ihre einzelnen Fähigkeiten, mit denen sie sich im Verlaufe der Zeit angereichert haben, lassen sich oft noch an den vielen Beinamen erkennen, es sind Spuren vereinnahmter Häuptlingstümer, es sind die Geister von Clans, Landschaften und Kulturen, die längst aufgegangen sind im größeren Ganzen dieser Göttergestalten. Gerade Götter verfügen über multiple Identitäten, daher fällt es ihnen so leicht, in fremder Gestalt aufzutreten, um sich selbst dabei doch treu zu bleiben. Daher beherrschen……


Geldhandel als Krieg

Die Moderne gibt sehr viel auf ihr äußeres Erscheinungsbild. Auftritt und Wirkung müssen stimmen, Darstellung und Wirklichkeit gehen aber auseinander.  So erklärt sich die Vorliebe für Spiegelfassaden: Man möchte den Eindruck von Transparenz erwecken ohne es wirklich sein zu müssen. Daher die vielen glatten Oberflächen, auf denen sich alles spiegelt, auch jener Blick, der ins Innere gerichtet wird, um herauszubringen, was eigentlich gespielt wird. – Wer es darauf anlegt, ganz bewußt und vorbehaltlos hinter die Kulissen moderner Zeiten zu blicken, sollte darauf gefaßt sein, daß sich nicht eben vorteilhafte Einblicke auftun, vielleicht sogar auch Abgründe,……


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